Gold im Abwasser: Wie wir Millionen Euro das Klo runterspülen

Gold im Abwasser? Britische Forscher haben herausgefunden, dass Gold und andere Edelmetalle durch unsere Exkremente in die Kanalisation gelangen. Der Grund: Gold befindet sich in Kosmetika, Shampoo oder sogar Essen.

Gold im Abwasser
Aus Scheiße lässt sich tatsächlich Gold machen. Oder vielmehr: Wer tief genug in der Kacke stochert, der wird fündig. Das haben Geologen des U.S. Geological Survey (USGS) im Rahmen einer achtjährigen Studie herausgefunden. Geringe Konzentrationen an Gold und anderen Edelmetallen gelangen von unserer Kleidung, unseren Shampoos und selbst durch unser Essen in die Kanalisation. Dies will man sich jetzt zu Nutze machen.

Ergiebiger als Goldmine?

Die Forscher sagten der Zeitung Telegraph, dass die Goldkonzentration in britischen Fäkalien mitunter höher sei, als in einer kommerziell betriebenen Goldmine. Auch eine skurrile Schätzung gab der U.S. Geological Survey: Wenn man alle britische Exkremente nach Gold und anderen Edelmetallen durchsuchen würde, käme man auf einen Betrag von etwa 700 Millionen Euro. Nun soll geprüft werden, ob es sich tatsächlich rechnet, das Abwasser auf wertvolle Inhalte zu untersuchen.

Gold im Abwasser Klärschlamm

Dabei geht es nicht nur um Gold im Abwasser, sondern auch um Silber, Platin, Palladium oder Kupfer. Würde man die Fäkalien einer Millionen Amerikaner nach diesen Schätzen durchsuchen, könnte man Edelmetalle im Wert von 11,9 Millionen Euro sicherstellen. Ob die Zahlen tatsächlich stimmen, ist schwer zu sagen. Fest steht: Immer häufiger finden sich Spuren von Edelmetallen in Produkten, wo wir sie nicht vermuten würden. Und selbst bei der Nutzung von edlem Besteck nehmen wir Kleinstpartikel in unseren Organismus auf, die nach dem Gang aufs Klo in die Kanalisation gelangen.

Gold im Abwasser: Lukrativer Umweltschutz

Eigentlich hatten die Forscher einen ganz anderen Plan, als sie die Studie begannen. Was zur Schatzsuche mutierte, hatte eigentlich das Ziel, Klärschlamm von Metallen zu befreien. Kathleen Smith vom U.S. Geological Survey sagte dem Guardian: „Wenn man zumindest einen Teil der überflüssigen Metalle aus dem Klärschlamm filtern könnte, die die Nutzung in der Landwirtschaft und in Wäldern derzeit stark einschränken, und gleichzeitig wertvolle Metalle und andere Elemente sichern könnte, dann wäre das eine Win-Win-Siutation.“

Es geht natürlich vor allem darum, Gold auf umweltfreundlichere Art und Weise zu gewinnen. Denn bei der Extraktion des Edelmetalls aus dem Stein, kommen gefährliche Chemikalien zum Einsatz, die nicht selten in die Erde sickern. In der geschützten Atmosphäre eines Klärwerkes aber, ist das Risiko im Umgang mit den Chemikalien sehr viel besser einzuschätzen. Metalle gebe es überall, erklärt Smith. Aus den Aufbereitungsanlagen in den USA kommen jährlich 7 Millionen Tonnen Klärschlamm, von dem nur etwa die Hälfte als Dünger in der Landwirtschaft oder im Wald landen. Effektive Systeme zur Filterung nach Edelmetallen könnte die Situation aber nicht nur in diesem Sektor, sondern auch auf dem Goldmarkt positiv beeinflussen.

Gold im Abwasser Recycling

Recyceln ist die Zukunft

Bei Earthbeat Foundation begrüßen wir kreative Wege, um die Situation in den Goldminen zu verbessern. Wir erinnern immer wieder daran, dass Gold nicht nur zur Schmuckproduktion benötigt wird, sondern überall im Alltag zum Einsatz kommt. Es wird zu Herstellung von Handys und Computern benutzt, ist aber auch in allerlei Körperpflegeprodukten, Kleidung oder auch als Blattgold in Lebensmitteln enthalten. Wichtig ist vor allem, das edle Metall nicht zu verschwenden.

Natürlich erwarten wir  jetzt nicht von jedermann, Gold im Abwasser oder in seinen Exkrementen zu suchen. Doch wir wollen das Bewusstsein dafür schärfen, wie wichtig moderne und kreative Recyclingverfahren sind. Viele Menschen leiden in den Goldminen. Arbeiterinnen und Arbeiter werden krank von den Chemikalien und arbeiten für einen Hungerlohn. Ganze Landstriche werden kontaminiert und über Jahre hinweg unbrauchbar. All dies zeigt: Wir dürfen unsere wertvollen Ressourcen nicht verschwenden – schon gar nicht auf Kosten von anderen Menschen. Daher freuen wir uns über die – leicht ekelige – Erkenntnis, dass selbst Fäkalien wichtige Überraschungen bereithalten.

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